Kopfschmerztabletten

Man sitzt am Schreibtisch und fasst sich an die Schläfen. Der Blick auf den Monitor verursacht Schmerzen. Die Stirn spannt und der Kopf fühlt sich an, als sei er prall mit Wasser gefüllt-Wasser, dass permanent gegen Hirn und Schläfen drückt. Ein Ziehen und ein leichtes pulsieren machen es unmöglich, sich zu konzentrieren. Der Kopf wird immer schwerer.

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz

Laut eines renommierten Kopfschmerz-Präparates gibt es 37 Arten von Kopfschmerz. Bekannte Formen sind Spannungskopfschmerz, Migränekopfschmerz und Clusterkopfschmerz. Ein zu regelmässiger Griff zu Kopfschmerztabletten kann wiederum zu Schmerzmittelkopfschmerz führen. Man sollte also nicht zu häufig zu diesen Mitteln greifen, da sich der Körper daran gewöhnt und sie schließlich nicht mehr helfen, sondern weitere Kopfschmerzen verursachen. Wenn man gewissenhaft mit diesen Mitteln umgeht, bringen sie aber wohltuende Linderung.

Auf die Wirkstoffe achten

Nimmt man regelmäßig Medikamente gegen andere Beschwerden ein, sollte man unbedingt anhand der Packungsbeilage prüfen, ob dieses Medikament und das Schmerzpräparat sich vertragen. Darf man aus gesundheitlichen Gründen keine blutverdünnenden Mittel einnehmen, sollte man von dem Wirkstoff Azetylsalizylsäure, der sich häufig in Kopfschmerztabletten befindet, lieber Abstand nehmen. Dieser Wirkstoff wirkt ebenfalls blutverdünnend. Im Bezug auf Kopfschmerzen hilft er bei leichten bis mäßig starken Kopfschmerzen recht schnell und hält 4-6 Stunden an. Bei häufiger Einnahme kann es zur Magenunverträglichkeit mit Einblutungen kommen. Kopfschmerztabletten mit dem Wirkstoff Ibuprofen wirken ebenfalls rasch und halten 4-6 Stunden an. Die Einnahme sollte nicht über drei-aufeinanderfolgende Tage und zehn Tage insgesamt im Monat hinausgehen, da es sonst zu Nierenleiden und Dauerkopfschmerz kommen kann.

Parazetamol lindert ebenfalls leichte bis mässig-starke Kopfschmerzen zügig, wirkt aber im Gegensatz zu den anderen beiden Wirkstoffen kaum entzündungshemmend. Bei vorliegenden Leberschäden ist von der Einnahme abzuraten. Der Wirkstoff Naproxen wirkt schnell und zuverlässig und hält bis zu 12 Stunden an.

Ein Wirkstoff reicht

Der Spruch: „Doppelt gemoppelt hält besser!“, gilt nicht bei den Wirkstoffen gegen Kopfschmerz. Hier gilt eher der Grundsatz: „Weniger ist mehr!“

Tatsache ist, dass ein Wirkstoff für eine erfolgreiche Schmerztherapie vollkommen ausreichend ist.

  • Azetylsalizylsäure findet man in den ASS-Präparaten und in Aspirin.
  • Präparate, wie Dolormin, Ibuprofen 200/400, Ibuhexal, Eudorlin oder Dolo Sanol enthalten den Wirkstoff Ibuprofen.
  • Parazetamol findet man als Wirkstoff in allen Paracetamol Tabletten, in Togal und in Vivimed.
  • Naproxen gibt es im Handel als gleichnamige Filmtabletten, die auch erfolgreich gegen Rheuma eingesetzt werden.

Kombinationspräparate ohne Mehrwert

Wie bereits erwähnt, ist die Existenz von zwei Wirkstoffen in einer Filmtablette vollkommen unnötig. Es gibt keinen zusätzlichen Effekt. Kopfschmerztabletten wie Thomapyrin, Malinert, Spalt oder Neuralgin enthalten eine Kombination aus ASS und Parazetamol;der therapeutische Nutzen ist nicht gegeben. Die Tatsache, dass diese Tabletten ihre Wirkung manchmal nicht verfehlen, liegt lediglich an einem der beiden Wirkstoffe. Das ist vergleichbar mit einer Pflegecreme:Sie spendet nicht automatisch mehr Feuchtigkeit, wenn man sie dicker aufträgt!
Die Kombination ASS und Koffein/Parazetamol und Koffein macht ebenfalls keinen Sinn.

Mit einfachen Mitteln helfen

Welche Art von Kopfschmerz man auch hat, man sollte sich mit den Tabletten behelfen, die man am besten verträgt. Bei Migräne braucht man stärkere Tabletten, die auf Migräne ausgelegt sind-bei normalen Kopfschmerzen helfen die aber wiederum nicht. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt ist nicht verkehrt.
Aber eines ist klar:Vorbeugend wirkt keines der Präparate. Frische Luft, viel Wasser trinken und das Einreiben mit Pfefferminzöl an Nacken, Stirn und Schläfen ist nie verkehrt und entspannt den Körper.